Diakoniebeauftragten-Treffen

Das halbjährliche Treffen der Diakoniebeauftragten in den Kirchengemeinden stand dieses Mal ganz im Zeichen der Einsamkeit. Hierfür waren Claudia Fischer und Regina Karpinsky von der Diakoniesozialstation zu Gast. In ihrem Impulsvortrag haben sie von ihrer Arbeit berichtet, bei der Einsamkeit eine große Rolle spielt. Viele der Patient:innen verlassen ihre Wohnungen aus verschiedenen Gründen nicht - die aufsuchende Sozialarbeit, die von der Diakoniesozialstation angeboten wird, ist oft ihr einziger Kontakt zur Außenwelt. Doch auch die Angehörigen können von der Beratungsleistung und den Angeboten profitieren. 

Ein Vortrag von Diakon Matthias Ernst schließt sich an. Er ist als Gemeindediakonin in der Pfarrei Neustadter Kessel tätig und dort auch Diakoniebeauftragter. Bei ihm steht die Frage nach Einsamkeit im Alter im Fokus. Besonders spannend: Einsamkeit hat auch eine politische Dimension: Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung neigen mehr als 50 Prozent jener, die einsam sind, dazu, autoritäre Parteien zu wählen, während das nicht mal 30 Prozent jener tun, die keine Einsamkeit erleben. Kirchen und in besonderer Verantwortung auch die Diakoniebeauftragten können, so Ernst, etwas gegen einsame Menschen in ihrem Umfeld tun: Begegnungsorte schaffen, auf Menschen zugehen, verschiedene Gremien vernetzen. Auch ein Kirchencafé ist ein gutes Mittel gegen Einsamkeit. 

Auch für den Austausch untereinander blieb genug Zeit – was ist in den Regionen gleich, was unterscheidet sich? Durch den Abend führte Diakonin Anna-Lena Henßchen, Referentin für Diakonische Kirche im Dekanat Coburg. Das nächste Treffen der Diakoniebeauftragten ist für den 19.10 geplant.