Der Weg zur Regionalgemeinde

Die Dekanatssynode Coburg im März 2026
Bildrechte Dekanat Coburg

Die Mitglieder der Dekanatssynode Coburg machen sich Gedanken über die regionale Zusammenarbeit der Kirchengemeinden im Dekanat

Wie das Evangelisch-Lutherische Dekanat Coburg in Zukunft organisiert sein wird – das stand im Mittelpunkt der Dekanatssynode, die am vergangenen Samstag im Gemeindesaal in Heilig Kreuz bereits zum dritten Mal in dieser Wahlperiode tagte.

„Landesstellenplanung“ war eines der beiden wichtigsten Schlagwörter der Tagung: Um durchschnittlich 25 Prozent sollen die Stellen in den Evangelisch-Lutherischen Dekanaten gekürzt werden. Dies hatte die Landessynode beschlossen. Für das Dekanat Coburg rechnen die Dekane Stefan Kirchberger und Andreas Kleefeld mit einer Kürzung um rund 30 Prozent. Das entspricht 15 der 50 Stellen, die dem Dekanatsbezirk bisher zugewiesen sind. Grund für die Kürzung ist die rückläufige Mitgliederentwicklung der Evangelischen Kirche. Allein im Jahr 2025 sind die Gemeindemitgliedszahlen im Dekanat um 1.960 zurückgegangen – die Anzahl einer mittelgroßen Kirchengemeinde. 

Das zweite große Thema der Dekanatssynode war die Bildung von Regionalgemeinden. Das bedeutet, dass sich die Kirchengemeinden und Pfarreien zu regionalen Handlungsräumen zusammenschließen werden. In jeder der neu entstehenden Regionalgemeinde wird dann ein multiprofessionelles Team aus Pfarrpersonen, Diakoninnen, Religions- und Gemeindepädagogen arbeiten. Die Synodenmitglieder konnten in kleinen, regionalen Gruppen darüber sprechen, was sie sich mit Blick auf Landesstellenplanung und Regionalgemeinde von der Zukunft wünschen. 

Wie es genau weitergehen wird, hängt nun von den Entscheidungen der Landessynode ab. Sie hat bereits die Eckpunkte der Landesstellenplanung und der Planungen zur den Regionalgemeinden beschlossen, doch die inhaltliche Ausarbeitung steht noch aus. Danach ist dann der Dekanatsausschuss im Dekanat Coburg gefragt: Er entscheidet im Einvernehmen mit den Kirchengemeinden darüber, wie die zukünftigen Regionalgemeinden aussehen. Wichtig ist, dass aus einem Nebeneinander von kleinen Kirchengemeinden ein Miteinander im Netzwerk wird – so kann die Kirche der Zukunft die Bedarfe ihrer Mitglieder decken und gleichzeitig arbeitsfähig bleiben. Nicht jede Kirchengemeinde muss und kann zukünftig alle kirchlichen Angebote selbst anbieten. Die Frage nach den Bedürfnissen der konkreten Sozialräume soll bei den weiteren Planungen im Mittelpunkt stehen. Dazu kam auch das Thema Diakonische Kirche zur Sprache. Diakonin Anna-Lena Henßchen zeigte verschiedene Möglichkeiten für Gemeinwesendiakonie und die Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und Diakonischen Einrichtungen in ihrem Impulsvortrag auf. 

Im Anschluss berichteten die Dekane über aktuelle Entwicklungen im Dekanat. Sie sprachen unter anderem über die aktuelle Vakanzquote, den großen Erfolg der Vesperkirche und die sich verändernde Partnerschaftsarbeit mit dem Partnerdekanat in Tansania. 

Zur Dekanatssynode gehören die beiden Dekane sowie die Mitglieder der Landessynode, Personen aus dem Pfarrkapitel des Dekanats sowie Ehrenamtliche aus den Kirchenvorständen der Kirchengemeinden. Dazu werden noch einige Mitglieder berufen, beispielsweise der Geschäftsführer der Evangelischen Jugend im Dekanat oder der Geschäftsführer des Diakonisches Werkes.