Kirchenkreis Bayreuth

Hoffnung in dunklen Zeiten - Grüß Gott Oberfranken im Dezember 2025

Kirchenkreis Bayreuth 2 weeks 5 Tagen ago
  • Wenn der Alltag stiller wird – die Telefonseelsorge bietet anonyme und kostenlose Unterstützung bei Einsamkeit und Stimmungstiefs
  • Von guten Mächten – die Worte Bonhoeffers haben in der evangelischen Kirchenmusik ihren festen Platz gefunden
  • Am Gedenkort Sinti und Roma

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Susanne Sahlmann

"Was macht Ihnen Hoffnung?" Doppelinterview mit Erzbischof Gössl und Regionalbischöfin Sachs

Kirchenkreis Bayreuth 3 weeks 3 Tagen ago

Bamberg/Bayreuth. Was trägt Kirche in Zeiten von Umbruch, Vertrauenskrise und gesellschaftlicher Polarisierung? In einem Doppelinterview mit dem Magazin "Echt Oberfranken" sprechen Erzbischof Herwig Gössl und die evangelisch-lutherische Regionalbischöfin von Bayreuth, Berthild Sachs, offen über Hoffnungsorte, engagierte Ehrenamtliche und neue Wege von Kirche in Oberfranken. Sie erzählen von berührenden Begegnungen, klarer Haltung gegen Ausgrenzung und der Sehnsucht vieler Menschen nach Sinn, Wahrheit und Gemeinschaft – gerade mit Blick auf Advent und Weihnachten. Ein Gespräch über Mut zur Veränderung, ökumenische Nähe und eine Kirche, die dort lebt, wo Menschen sie gestalten.

Frau Sachs, Herr Gössl, wenn Sie auf die aktuelle Lage Ihrer Kirche blicken: Was macht Ihnen persönlich Hoffnung?

Sachs: Ich nehme in unseren oberfränkischen Gemeinden trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein großartiges Engagement wahr – und eine wachsende Bereitschaft, Kirche jenseits traditioneller Formen zu gestalten.

Gössl: Das Heilige Jahr der Hoffnung geht zu Ende, aber die Hoffnung nicht. Wir haben viele Hoffnungsorte gefunden, die zeigen, wie lebendig Kirche ist. Gerade weil es heute nicht mehr selbstverständlich ist, Christ zu sein, bewegt es mich, wie viele – auch junge – Menschen sich für den Glauben begeistern. 2026 schließen wir mit dem Jahresmotto „Du bewegst die Welt“ an. Das macht Mut.

Gibt es ein Erlebnis oder eine Begegnung, die Ihnen gezeigt hat, wie lebendig Kirche heute noch ist?

Gössl: Vor Kurzem haben wir wieder Ehrenamtliche ausgezeichnet – von der Zeltlagergruppe bis zur Eine-Welt-Gruppe. Sie stehen für ein Engagement, ohne das Kirche heute nicht bestehen könnte.

Sachs: Ich erlebe bei meinen Besuchen viel Kraft und Lebendigkeit. In Dorfgemeinschaften, bei Kirchweihen, Ordinationen, Hochschulgemeinden. In der Bayreuther Gehörlosengemeinde feierte ich einen bewegenden Gottesdienst mit Gebärdenchor. Kirche lebt da, wo Menschen sie gestalten. Die sinkenden Mitgliederzahlen sind Realität.

Wie gehen Sie damit um – strukturell, aber auch geistlich?

Sachs: Wir verschlanken Strukturen, um nah bei den Menschen zu bleiben. Geistlich zählt nicht die Zahl, sondern jeder Einzelne, der Glauben lebt und weiterträgt.

Gössl: Auch bei uns übernehmen Ehrenamtliche mehr Verantwortung. In 35 Seelsorgebereichen arbeiten Teams aus Haupt- und Ehrenamtlichen, die bis 2027 eigene pastorale Strategien entwickeln. Dieser Prozess soll neue Impulse setzen – offen, experimentierfreudig und ökumenisch.

Die Kirchen stehen auch vor einer Vertrauenskrise. Wie begegnen Sie ihr?

Gössl: Vertrauen wächst nur durch glaubwürdiges Handeln – bei Priestern, Hauptamtlichen, allen, die Kirche repräsentieren. Transparenz ist zentral, besonders bei Finanzen. Entscheidend ist: Wir müssen leben, was wir verkünden.

Sachs: Vertrauen lässt sich nur täglich neu erarbeiten – durch Ehrlichkeit, Respekt und Zugewandtheit. Jede und jeder, die in der Kirche Verantwortung tragen, sind Gesichter der Glaubwürdigkeit. Wichtig ist, dass sie sich von der Kirchenleitung gesehen und unterstützt fühlen.

Was bedeutet „Glaubwürdigkeit“ für Sie persönlich – und wie kann sie heute neu gewonnen werden?

Sachs: Dass man mir meinen Glauben glaubt. Glaube macht weder mich noch die Kirche unfehlbar, aber er hilft, Fehler einzugestehen und daraus zu lernen. Gerade beim Umgang mit Missbrauchsfällen sind wir in einem schmerzhaften Lernprozess.

Gössl: Glaubwürdigkeit heißt für mich: Leben und Verkündigung müssen zusammenpassen. Wenn wir Gemeinschaft predigen, müssen wir sie auch leben – offen, menschlich, veränderungsbereit.

Wir leben in wilden Zeiten. Krieg, Hass, Polarisierung. Spüren Sie eine neue Sehnsucht nach Wahrheit, Haltung und Menschlichkeit?

Sachs: Wahrheit und Haltung sind längst keine absoluten Begriffe mehr. Selbst Menschlichkeit wird teils infrage gestellt. Christliche Werte geben Orientierung, aber es braucht auch Räume – digital und analog –, in denen um diese Werte ehrlich gerungen wird.

Gössl: Ja, diese Sehnsucht spüre ich. In Zeiten von Fake News und Spaltung ist das Evangelium eine starke Stimme für Wahrheit, Barmherzigkeit und Liebe. Wenn Minderheiten ausgegrenzt werden, darf Kirche nicht schweigen. Nationalismus und Rechtsextremismus sind mit dem Christentum unvereinbar.

Weihnachten steht vor der Tür. Eine Zeit, in der es selbst Zweifler und Glaubensverweigerer in die Kirchen zieht. Manch einer spricht in diesem Zusammenhang von dem Phänomen der „U-Boot-Christen“ – die an Weihnachten brav in die Kirche gehen, ansonsten aber 364 Tage lang untertauchen. Wie begegnen Sie diesem Phänomen – oder sollte man sagen: dieser Sehnsucht sehr vieler Menschen?

Gössl: Dieses U-Wort verwende ich nicht. Man ist entweder Christ oder kein Christ. Der sonntägliche Kirchgang ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Wer nur an Weihnachten kommt, zeigt: Etwas lebt in ihm. Jeder ist willkommen. Weihnachten feiert die Geburt Jesu – und das spürt man in den Gottesdiensten am stärksten.

Sachs: Pfarrerinnen und Pfarrer freuen sich über volle Kirchen am Heiligen Abend. Weihnachten ist Höhepunkt des Jahres – Krippenspiel, Musik, Gemeinschaft. Wir investieren viel Zeit, damit Besucher das Wunder und den Zauber spüren. Jeder ist willkommen!

Was möchten Sie den Menschen in der Region mitgeben, die vielleicht zweifeln, aber dennoch offen sind für einen neuen Zugang zum Glauben?

Gössl: Glaube und Zweifel gehören zusammen. Wer zweifelt, spürt schon, dass ihm etwas fehlt. Viele Menschen verspüren heute die Sehnsucht nach Gott und Jesus Christus. Glaube wächst in Gemeinschaft – selbst klein wie ein Senfkorn.

Sachs: Probiere es aus! Such dir Menschen oder Orte, die deiner Seele guttun. Hab Vertrauen – „Wer suchet, der findet.“ Für den Anfang empfehle ich die Bibel oder unsere Seite.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten für die Zukunft Ihrer Kirche in Oberfranken – wie sähe der aus?

Sachs: Dass wir in allen Veränderungen glaubensstark, fröhlich und offen bleiben – nicht ängstlich an Strukturen festhalten, die geistlich lähmen.

Gössl: Ich wünsche mir, dass Kirche – auch ökumenisch – überall im Dorf bleibt. Glauben soll sichtbar und lebendig sein.

Welche Rolle spielt die demografische Entwicklung in Oberfranken?

Gössl: In vielen ländlichen Regionen ziehen junge Menschen weg, Dörfer werden leerer. Zugleich wachsen Städte und Hochschulorte. Wir müssen überall präsent bleiben – nicht nur mit Gottesdiensten, auch mit Beratungsstellen und sozialer Arbeit.

Sachs: Abwanderung und Überalterung prägen den Nordosten unseres Kirchenkreises. In Städten sinkt der evangelische Anteil, doch Kirche und Diakonie bleiben wichtige Partner im sozialen und kulturellen Miteinander.

Viele Kirchen sind kulturhistorische Schätze – aber Sanierungsfälle. Wie gelingt der Spagat zwischen Erhalt und Finanzen?

Sachs: Die Bayreuther Epiphaniaskirche zeigt, was möglich ist: viel Engagement, Spendenbereitschaft und Gottvertrauen. Auch andernorts braucht es langen Atem und gesellschaftliches Miteinander, um Kirchen als geistliche und kulturelle Mitte zu erhalten.

Gössl: Wir haben ein neues Gebäudekonzept: Alle Gebäude werden nach Nutzung kategorisiert, Mittel gezielt eingesetzt. Das bedeutet auch, dass wir manche Gebäude aufgeben müssen – leider Gottes.

Gibt es gelungene Beispiele, kirchliche Gebäude neu zu nutzen?

Gössl: Ja, von kommunaler Nutzung bis zur Weitergabe an andere Konfessionen. In Schillingsfürst wurde etwa eine Kirche zur Mehrzweckhalle für eine Schule umgebaut – eine sinnvolle Lösung.

Sachs: Oft gelingt Vermietung an soziale Einrichtungen oder gemeinsame Nutzung. Die Coburger Lukaskirche wurde 2021 entwidmet und wird nun ein Ort für Kinder und Familien. In Bad Rodach entsteht aus einer Friedhofskirche ein zentrales Kirchenbüro.

Auch die Trauerkultur verändert sich. Was bedeutet das für kirchliche Friedhöfe?

Sachs: Kirchliche Friedhöfe kostendeckend zu betreiben, ist eine Herausforderung. Neue Formen wie Urnenanlagen oder Baumbestattungen werden angenommen. Friedhöfe können auch Lebensorte sein – etwa durch Friedhofcafés oder Seelsorgeangebote.

Gössl: Für uns bleibt entscheidend, dass die Würde des Verstorbenen gewahrt wird. Eine Grabstätte gehört zum christlichen Verständnis des Abschieds dazu.

Welche Schritte unternehmen Sie, um Kirche zukunftsfähig zu machen?

Gössl: Neben pastoralen und Gebäudekonzepten treiben wir die Digitalisierung voran – mit klaren Richtlinien, auch beim Umgang mit KI. Aber klar: Seelsorge bleibt menschlich. Meine Predigten schreibe ich selbst.

Sachs: Wir erproben neue Gottesdienstformen – etwa Tauffeste oder Aktionen wie „Einfach heiraten“. Und wir gewinnen Mitarbeitende auf neuen Wegen, durch Quereinstieg oder multiprofessionelle Teams.

Wie wichtig ist die ökumenische Zusammenarbeit?

Sachs: Sehr wichtig. Seit über zehn Jahren gestalten wir ökumenische Exerzitien im Alltag. Auch beim Religionsunterricht oder bei der Gebäudefrage arbeiten wir eng zusammen.

Gössl: Ich bin mit Ökumene groß geworden. Unterschiede gibt es, aber sie trennen uns kaum noch. Wir sind alle Christen mit denselben Sorgen und Hoffnungen. Ökumene ist heute selbstverständlich.

Welche Rolle soll Kirche künftig in der Gesellschaft spielen?

Gössl: Kirche darf moralische Instanz, sozialer Akteur und spirituelle Heimat zugleich sein – eine Einladung zu einem Leben in Vollständigkeit: mit Gott, mit den Menschen, mit sich selbst.

Sachs: Wo Kirche als sinnstiftend erlebt wird, wird sie automatisch sozialer Akteur und geistliche Heimat.

Wie gelingt es, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sich von Kirche entfernt haben?

Sachs: Durch neue Kontaktmöglichkeiten – Klinik- und Touristenseelsorge, digitale Segensangebote oder spirituelle Orte wie die Communität Selbitz.

Gössl: Indem wir zuerst zuhören. Keine vorgefertigten Antworten, sondern offene Fragen. Und indem wir zeigen, dass Glaube lebendig ist. So können wir Brücken bauen – nicht überreden, sondern begleiten.

von Echt Oberfranken
veröffentlicht auch auf Erzbistum-Bamberg.de/nachrichten

Susanne Sahlmann

Landessynode neu gewählt - 17 Mitglieder aus dem Kirchenkreis Bayreuth

Kirchenkreis Bayreuth 4 weeks 2 Tagen ago
Am 7. Dezember 2025 wurde die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) neu gewählt. Die 11.309 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher entschieden über die Zusammensetzung der Landessynode, die künftig wieder 108 Mitglieder umfasst. Die Wahl führt zu einer deutlichen Erneuerung: Über 70% der Gewählten sind erstmals in der Landessynode, mehr als die Hälfte der künftigen Mitglieder sind Frauen.  Regionalbischöfin Berthild Sachs dankt allen Personen, die sich im Kirchenkreis Bayreuth zur Wahl gestellt haben und gratuliert den wieder und neu gewählten Mitgliedern der Landessynode.   Nach dem vorläufigen Wahlergebnis, vorbehaltlich der Annahme der Wahl und der Wahlprüfung, gehören folgende 17 Synodale aus dem Kirchenkreis Bayreuth dem neuen Kirchenparlament der ELKB an - die Anzahl der Dekans-/ Pfarrpersonen und Nicht-Ordinierten ist festgelegt:   - Klaus Bauer, 55, Goldkronach - Martin Finzel, 47, Ahorn - Petra Heeb, 65, Coburg - Lucia Herold, 28, Michelau - Dr. Ulrich Hornfeck, 55, Naila - Pia Loch, 29, Bamberg - Vanessa Rödel, 30, Selb - Katrin Ruppert, 56, Ebern - Luca-Fynn Schieblich, 20, Kulmbach - Dr. Daniela Senger, 44, Pegnitz - Sabine Tauscher, 60, Hof - Pfarrerin Dr. Jennifer Ebert, 42, Thurnau - Pfarrer Andreas Gebelein, 36, Bad Steben - Pfarrer Alexander Rosenmeyer, 59, Coburg - Pfarrerin Daniela Schmid, 40, Selb - Dekan Peter Bauer, 48 Wunsiedel - Dekanin Sabine Hirschmann, 55, Bamberg  
Susanne Sahlmann

Neuer Kirchenkreis Franken ab 2027

Kirchenkreis Bayreuth 4 weeks 2 Tagen ago

Die drei Kirchenkreise Nürnberg, Bayreuth und Ansbach-Würzburg mit ihren insgesamt 42 Dekanatsbezirken werden zusammengeführt: Zum 1. Januar 2027 findet die Gründung des Kirchenkreises Franken statt. Dies hat die Landessynode der ELKB auf ihrer Herbsttagung Ende November 2025 mit großer Mehrheit beschlossen.

Der neue Kirchenkreis wird von zwei Regionalbischöfinnen bzw. Regionalbischöfen im Tandem geleitet werden. Die beiden Dienstsitze mit Büros werden in Ansbach und Bayreuth sein.

Regionalbischöfin Sachs sagte, sie freue sich auf den vergrößerten Kirchenkreis Franken "in seiner großen Vielfalt und Buntheit: Vom Seenland bis ins Fichtelgebirge, Bierfranken, Weinfranken, Wagner und Dürer, Fußball und Basketball, Tradition und Innovation, protestantisch geprägt und ökumenisch offen".

Weitere Informationen und Statements finden Sie hier:

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kirche/drei-werden-eins-evangelische-kirchenkreise-franken-fusionieren 

Susanne Sahlmann

Seelsorge - Grüß Gott Oberfranken im November 2025

Kirchenkreis Bayreuth 1 Monat 1 week ago

In Grüß Gott Oberfranken geht es diesmal um Seelsorge. Am Bahnhof wird Seelsorge durch die Bahnhofsmission geleistet. Sie ist Anlaufstelle für Menschen in Notlagen und für Reisende. Wir begleiten einen der Ehrenamtlichen dort.

Hinter den Gittern der JVA Hof steht ein Gefängnisseelsorger den Inhaftierten bei. Seelsorge für junge Menschen leistet zum Beispiel der Konfirmandenunterricht. Die junge Kirche Overflow im Frankenwald geht dabei ganz neue Wege. Und Seelsorge auf dem Land statt in der Großstadt - ein Pfarrersehepaar kehrt zurück nach Franken.

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Susanne Sahlmann

Seelsorgestiftung feiert Jahresgottesdienst

Kirchenkreis Bayreuth 1 Monat 1 week ago

Die einen nervt, dass im Büro rund um die Uhr das Telefon klingelt. Für andere ist ein Telefonat ihr einziger sozialer Kontakt des Tages. Stark vereinsamt sind diese Menschen sehr dankbar dafür, dass sie sich zu jeder Zeit und an allen Tagen des Jahres an die TelefonSeelsorge wenden können.

Deren Arbeit stand im Mittelpunkt des Jahresgottesdienstes der Seelsorgestiftung Oberfranken am Samstag, dem 22. November, in der Bayreuther Stadtkirche. Die Stiftung wurde um den Ewigkeitssonntag des Jahres 2010 zunächst zur finanziellen Unterstützung der TelefonSeelsorge errichtet. Nachdem sie im Laufe der Jahre auch zahlreiche weitere Formen der Seelsorge gefördert hat, war der Gottesdienst in Bayreuth mit rund 100 Besuchern gewissermaßen ein Heimspiel.

Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der TelefonSeelsorge Ostoberfranken, verwendete in ihrer Predigt das Gleichnis vom bittenden Freund aus Lukas 11 und das Lied „Ein Freund, ein guter Freund“ aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“, um die Arbeit der TelefonSeelsorge zu schildern.

Anrufende meldeten sich in schweren Lebenssituationen. Der eine habe einfach den Bedarf, eine menschliche Stimme zu hören. Andere wurden von einem harten Schicksalsschlag getroffen oder haben ein schweres Unglück erlebt. Wieder andere müssten mit einem schweren Verlust oder wirtschaftlicher Not kämpfen. „Entscheidend ist, dass wir wie ein guter Freund, wie meine beste Freundin, mit dem Herzen hören“, betonte die Diakonin. „Gute Freunde haben nicht immer einen Rat. Im Gegenteil, sie sind damit vorsichtig. Sie hören zu, sagen mal ein trostreiches Wort oder bestätigen einfach, wie schlimm das ist, ohne zu verharmlosen, zu beschönigen, ohne Hoffnung zu malen, wo keine Hoffnung ist. Plötzlich kommt dann manchmal eine Idee für einen nächsten Schritt: raus aus dem Chaos, der Not, der Einsamkeit.“

Für viele Anrufende sei auch die Anonymität der Gespräche bedeutsam, die gewährleiste, dass ihnen vorurteilsfrei und ohne Mitwisser zugehört werde. Entsprechend trug der Jahresgottesdienst den Titel „Im Vertrauen“. 

Dies bringt es mit sich, dass ehrenamtliches Engagement bei der TelefonSeelsorge deutlich weniger öffentliche Würdigung erfährt als z.B. bei Sportvereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr. Der Jahresgottesdienst, den auch viele Mitarbeitende der TelefonSeelsorge besuchten, war deshalb ein besonderes Ereignis.

„Ich bin außerordentlich dankbar, dass hier in Bayreuth so viele Ehrenamtliche Tag für Tag, abends und am Wochenende dafür sorgen, dass Menschen aus der ganzen Region ganz unkompliziert jemanden zum Zuhören finden; ein offenes Ohr, ein mitfühlendes Herz“, sagte Regionalbischöfin Berthild Sachs, die als Vorsitzende der Seelsorgestiftung zum Gottesdienst eingeladen hatte. „Danke Ihnen, die Sie heute auch da sind und den Gottesdienst mit der Stiftung feiern.“ Da Themen wie Einsamkeit und Suizidprävention allmählich auch in den Fokus der Politik rückten, sei die TelefonSeelsorge inzwischen „weit über die Kirche hinaus präsent, bekannt und im Bewusstsein“.

„Wir hören zu. Wir bleiben. Wir halten mit aus.“

Kirchenrat Ingo Schurig, Referent für Seelsorge im Landeskirchenamt, verwies in seinem schriftlichen Grußwort darauf, dass die gesellschaftliche Relevanz der TelefonSeelsorge in ganz Bayern kürzlich auch wissenschaftlich belegt wurde. „Die Wirksamkeitsstudie der TelefonSeelsorge zeigt in beeindruckender Klarheit, was viele von uns aus der Praxis seit langem wissen. Menschen, die anrufen, erleben Entlastung, Stabilisierung und konkrete Hilfe – oft bereits durch ein einziges Gespräch.“ Auch für Fachstellen, Beratungsdienste, Krisenintervention, Polizei, Rettungsdienste und andere Träger sei die TelefonSeelsorge zu einem verlässlichen Partner geworden. „Wo andere Systeme an Grenzen stoßen, bietet die TelefonSeelsorge niedrigschwellige Erreichbarkeit und eine Haltung, die keiner Erklärung bedarf: Wir hören zu. Wir bleiben. Wir halten mit aus.“

Stellvertretend für alle Engagierten baten die Ehrenamtssprecher Inge Berghammer und Udo Müller in den Fürbitten um Gottes Segen für die Ehrenamtlichen. Berghammer betätigte sich schließlich auch als Glücksfee. Aus einer Lostrommel mit den Namen aller Kirchengemeinden, die seit Herbst 2024 die Stiftung unterstützt hatten, zog sie die Gewinnerin eines Fortbildungs-Wochenendes für den Kirchenvorstand zum Thema Seelsorge in der Communität Selbitz. Der Preis ging an die Auferstehungskirche in Hof.

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgte die Kantorei der Stadtkirche unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Dorn gemeinsam mit dem Kammerorchester. In der weitläufigen Architektur der Stadtkirche schufen sie mit „God be in my head“ von John Rutter ebenso wie mit Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ eine große Klangfülle.

Der Gottesdienst und das Thema Telefonseelsorge hinterließen offenbar auch bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck. So gewann der Förderkreis der Stiftung, für den der Hofer Pfarrer Wolfram Lehmann zum Abschluss sprach, gleich drei neue Mitglieder, die sich zu jährlichen Spenden bereiterklärten.

Der nächste Jahresgottesdienst wird am Samstag, den 21. November, in Lichtenfels zum Thema Notfallseelsorge stattfinden.

https://telefonseelsorge-ostoberfranken.de/

Die Wirksamkeitsstudie finden Sie hier.573.68 KB
Susanne Sahlmann

Jahresgottesdienst der Seelsorgestiftung Oberfranken

Kirchenkreis Bayreuth 2 Monaten ago

Herzliche Einladung zum Jahresgottesdienst der Seelsorgestiftung Oberfranken am Samstag, 22. November 2025, um 17.00 Uhr in der Evang.-luth. Stadtkirche Bayreuth, Kirchplatz 1. Regionalbischöfin Berthild Sachs und Dekan Jürgen Hacker heißen Sie gemeinsam mit Stadtkirchenpfarrer Dr. Carsten Brall herzlich willkommen.

Die Predigt hält Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der TelefonSeelsorge Ostoberfranken, zum Thema "Im Vertrauen". Für die musikalische Gestaltung sorgen Dekanatskantor KMD Michael Dorn und Sabine Peetz mit der evangelischen Stadtkantorei und dem Kammerorchester. Ehrenamtliche der TelefonSeelsorge wirken mit.

Wir feiern gleichzeitig 15 Jahre Seelsorgestiftung Oberfranken! Herzliche Einladung zum Imbiss nach dem Gottesdienst. 

Susanne Sahlmann

Bestattungen - Grüß Gott Oberfranken im Oktober 2025

Kirchenkreis Bayreuth 2 Monaten 1 week ago

Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, bedeutet das Starre und Schmerz. Es ist eine schwere emotionale Ausnahmesituation. Horst Ackermann und seine Familie haben das im vergangenen Jahr auf eine sehr besondere Weise erlebt. Ihre Mutter durfte zuhause sterben. Er erzählt uns über diesen besonderen Moment voller Würde und Frieden.

Frieden finden die Allerkleinsten - die sogenannten Sternenkinder - in Coburg ab sofort auf einem neuen Grabfeld: dem Garten der Sternenkinder.

Und wir erfahren, welche Vorsorge wir alle selbst treffen können, um unseren Angehörigen im Falle unseres Todes die Last von Entscheidungen zu nehmen.

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Susanne Sahlmann

Regionalbischöfin besucht Gebärdensprachliche Kirchengemeinde in Bayreuth

Kirchenkreis Bayreuth 2 Monaten 1 week ago

Regionalbischöfin Berthild Sachs nahm an einem gebärdensprachlichen Gottesdienst in der Christuskirche teil. Ein Team des Bayreuther Sprengels der Evangelischen Gebärdensprachlichen Kirchengemeinde in Bayern hatte den Gottesdienst zum Thema „Brot und Mitgefühl“ liebevoll vorbereitet. Die gehörlose Katechetin Brigitte Schmidt aus Nürnberg und einige Mitglieder ihres Gebärdenchors unterstützten das Bayreuther Team mit Pfarrerin Annemarie Ritter.

Anschließend gab es ein langes, lebhaftes Gespräch mit der Regionalbischöfin, bei dem die Dolmetscherin intensiv gefordert war. Gemeindesprecherin Gaby Kufner moderierte; mehrere gehörlose Ehrenamtliche schilderten ihre Erfahrungen und betonten, wie wichtig es für sie ist, in ihrer Muttersprache über Glaubensinhalte diskutieren und Gottesdienst feiern zu können.

Die Regionalbischöfin äußerte beim Abschied: „Ich habe noch selten an einem einzigen Nachmittag so viel Neues erlebt und gelernt. Der warmherzige, vertrauensvolle Austausch wird sicher noch lange nachschwingen. Ich bin tief beeindruckt von der hochengagierten Arbeit, die in der Gebärdensprachlichen Kirchengemeinde hier in Bayreuth geleistet wird.“

Zum Hintergrund:

Die Evangelische Gebärdensprachliche Kirchengemeinde erstreckt sich auf ganz Bayern. Sie hat derzeit 18 Gottesdienstorte und ist in 16 Sprengeln (Gemeindeteilen) gegliedert. Der gesamtbayerischen Gemeinde gehören rund 2400 gehörlose Mitglieder an; in Bayreuth sind es etwa 100. Dazu kommen hörende Eltern, hörende Geschwister und andere hörende Familienmitglieder.

Weitere Informationen:

https://egg-bayern.de und https://egg-bayern.de/Gemeinde/Bayreuth

Susanne Sahlmann

50 Jahre Frauenordination in Bayern - Grüß Gott Oberfranken im September 2025

Kirchenkreis Bayreuth 3 Monaten 1 week ago

Seit 50 Jahren stehen in Bayern auch Frauen auf der Kanzel – ein Meilenstein. Viele Frauen haben seitdem diesen Weg eingeschlagen – eine von ihnen ist auch Regionalbischöfin Berthild Sachs. Sie erzählt von ihren Anfängen als Pfarrerin, von Herausforderungen auf dem Weg ins Bischofsamt – und auch davon, wie sich Erwartungen an Frauen im Talar verändert haben.

Zudem sprechen wir mit Pfarrerin Dr. Auguste Zeiß-Horbach, die sich auch wissenschaftlich mit der Frauenordination auseinandergesetzt hat. Und wir besuchen das Pfarrehepaar Wittmann-Schlechtweg und zeigen, wie der Alltag von Mann und Frau im Pfarramt aussieht und welche Rolle dabei auch die Erwartungen der Gemeinde spielen.

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Susanne Sahlmann

Premiere auf dem Gipfel: Regionalbischöfin predigte auf dem Hainberg bei Asch

Kirchenkreis Bayreuth 3 Monaten 1 week ago
Bildrechte Andrea Münster

Eine Premiere in ihrer noch jungen Amtszeit erlebte Regionalbischöfin Berthild Sachs an diesem hochsommerlichen Septembersonntag: Jenseits der Landesgrenze predigte sie beim Gipfelgottesdienst auf dem Hainberg bei Asch. Sie traf dabei erstmals auch auf ihren tschechischen Amtskollegen Pavel Pokorný aus Prag. Er ist als Synodalsenior die geistliche Leitungsperson der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, die seit langem mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Bayern freundschaftlich verbunden ist.

Christinnen und Christen aus Bayern und Tschechien hatten sich am Vormittag zahlreich auf der sonnigen Wiese zum Gottesdienst eingefunden. Die Regionalbischöfin griff in ihrer Predigt – passend zum hochgelegenen Ort – die biblische Erzählung von Jakobs Traum von der Himmelsleiter und lud zum Nachdenken darüber ein, wie Gott in Träumen begegnet.

Der Synodalsenior betonte in seinem Gruß die Bedeutung der Versöhnung über die Grenzen hinweg, die in der Grenzregion von Bayern und Böhmen gelebt werde. Für die Übersetzungen sorgte jeweils Pfarrerin Vlasta Heinrich-Groll aus Asch-Cheb. Als die Lautsprecheranlage aus Selb ausfiel, war ihr Sohn zur Stelle, um mit einem kleinen Sprachverstärker die Redebeiträge für alle gut hörbar zu machen.

Im Gottesdienst wirkten der Selber Dekan Volker Pröbstl und Mitglieder beider Kirchengemeinden mit. Für die musikalische Gestaltung unter freiem Himmel sorgte der Posaunenchor aus Selb unter Leitung von Dekanatskantorin KMD Constanze Schweizer-Elser. Sie wurde für ihren 30jährigen Einsatz als Kirchenmusikerin geehrt und bedankt.

Nach dem Segen durch Regionalbischöfin Sachs und Synodalsenior Pokorný gab es ein herzliches Beisammensein mit Kuchen aus Cheb, Getränken und Kaffee aus Asch, heißen Würstchen aus Selb und vielen Gesprächen über die Grenze hinweg.

Susanne Sahlmann
Checked 1 Stunde 27 Minuten ago
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