In Mönchröden wurden im Rahmen von „Einfach heiraten“ 13 Paare getraut und 10 gesegnet
Angemeldet waren 19 Paare – das wäre für das Evang.-Luth. Dekanat Coburg bereits ein Rekord gewesen mit drei Paaren mehr als im Vorjahr. Bis um 18 Uhr haben sich jedoch 23 Paare in Mönchröden im Klostergarten oder in der Christuskirche trauen lassen oder für ihre Beziehung segnen – bei der Aktion „Einfach heiraten“.
Die Aktion „Einfach Heiraten“ ist ein deutschlandweites Projekt der Evangelischen Kirche, bei dem Paare sich ohne große Vorbereitungszeit unter den Segen Gottes stellen können. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist seit 2023 mit dabei und hat in diesem Jahr ebenfalls einen Rekord aufgestellt: An 67 Orten haben über 800 Menschen um Segen gebeten.
In Mönchröden hat das Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen bereits um 10.15 Uhr das erste Paar getraut und das bei Temperaturen weit über 30 Grad. Im schattigen Klostergarten und in der kühlen Kirche war trotzdem Raum für große Gefühle. Eine Frau hat ihren Mann überrascht mit dem Ausflug zum Traualtar. Eine andere hat um eine hybride Segnung gebeten: Ihr Mann sei im Krankenhaus und könne nicht da sein. „Und wann ist Segen dringender als in Krankheit?“, erklärte sie. Ein Paar wurde von seinem Hund begleitet, andere kamen mit Eltern oder Kindern, andere waren nur zu zweit, ein weiteres Paar hatte den Posaunenchor mit dabei. Ein Paar war erst seit wenigen Tagen standesamtlich verheiratet, ein anderes sehnte sich nach 30 Ehejahren nach einem Segen.
Im Vorfeld zur Aktion hatten manche Kritik geübt: Von „Segen light“ war die Rede. In Mönchröden war davon jedoch nichts zu spüren. Die Trauung folgt zwar einem Kurzablauf – pro Trauung oder Segnung stehen rund 20 Minuten zur Verfügung – doch alle Elemente, die zu einem Traugottesdienst gehören, sind auch Teil der „Einfach Heiraten“ Zeremonie. Dazu kommt ein kurzes Traugespräch im Vorfeld. „Wir haben uns natürlich schon zu den verschiedenen Trausprüchen, aus denen die Paare wählen können, Gedanken gemacht“, so Pfarrerin Gabriele Töpfer, die die Aktion für das Dekanat Coburg verantwortet, „Doch durch die Gespräche lernen wir jedes Paar ein wenig kennen und können ganz persönlich auf alle eingehen.“
Die Liveband V.E.R.A. begleitete das Event musikalisch. Die Paare konnten aus einem breiten Repertoire auswählen – Popsongs ebenso wie Kirchenlieder. Jeweils drei Lieder haben die Zeremonie abgerundet. Der häufigste Liedwunsch? „Perfect“ von Ed Sheeran, dicht gefolgt von einer Version von Phil Collins „Dir gehört mein Herz“. Auch über einen passenden Trau- oder Segensspruch mussten die Paare nicht tagelang grübeln – eine Auswahl an Sprüchen lag zur Auswahl bereit. Der Spruch, der die meisten Paare angesprochen hatte, war ein Vers aus dem Buch Ruth: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen.“ Zehn der 23 Paare hatten sich spontan dafür entschieden. Auch auf Fotos musste niemand verzichten: Fotografin Corinna Alberth begleitete die Paare auf Wunsch durch die Zeremonie.
Am Ende des Tages ist das „Einfach heiraten“-Team erschöpft, aber glücklich. „Mein schönster Moment war, als sich ein Paar spontan das komplette Lied ‚Und dir gehört mein Herz‘ gegenseitig zugesungen hat“, sagt Vikar Ferdinand Brenner, der ebenfalls fünf Paare an dem Tag getraut hat. „Ich finde es besonders schön, dem Paar gegenüber zu stehen und zu sehen, wie liebevoll sie sich ansehen“, so Gabriele Töpfer. Vikar Gregor Wierciochin kann sich nicht für einen speziellen Moment entscheiden. „Der ganze Tag war für mich voller besonderer Momente“, fasst er zusammen.
Übrigens: Auch 2027 wird es Einfach Heiraten wieder geben: Am 2. Juli.