Vor einiger Zeit hat eine Studierende der Hochschule Coburg für eine Seminararbeit eine Umfrage zum Thema Einsamkeit gemacht. Das Ergebnis: Rund 50 Prozent der Studierenden fühlen sich während längerer Zeiträume im Semester einsam, 10 Prozent befürchten sogar einen negativen Einfluss auf ihren Erfolg an der Hochschule.
Für Pfarrerin Susanne Thorwart von der Ökumenischen Studierendengemeinde (ösg) und ihre Kollegin Marion Haase vom International Office ein Grund, ein niedrigschwelliges Angebot für Studierende der Hochschule Coburg zu schaffen.
Zweimal pro Monat laden sie zu einem digitalen Workshop ein - ein Impuls zum Thema Einsamkeit und die Möglichkeit, miteinander in den Austausch zu kommen. Welche Kontakte tragen mich? Was habe ich schon alles geschafft? Die Studierenden können in der ersten halben Stunde des Workshops auf deutsch, in der zweiten Hälfte auf Englisch verschiedene Fragen für sich und gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden bearbeiten. Denn häufig sind es die Studierenden, die nicht Deutsch als erste Sprache haben, die besonders von Einsamkeit betroffen sind. „Manchmal geht anderen Studierenden die Geduld für Kommunikation aus“, hat Susanne Thorwart erlebt.
Dieses Semester hat der Workshop zum ersten Mal stattgefunden. Im nächsten Semester wollen Susanne Thorwart und Marion Haase das Angebot noch offener Gestalten. „Ich glaube, dass sich viele vom Wort Einsamkeit in der Einladung abschrecken lassen.“
Das nächste Treffen findet am 22. Juni um 19 Uhr auf deutsch und um 19.30 Uhr auf englisch statt.
Übrigens: Ein weiteres Projekt gegen Einsamkeit entsteht derzeit in der Hochschule. Zwei Tische in der Kantine werden als Meet & Great Tische gestaltet und bereit gehalten. Studierende können sich mit ihrem Essen ganz zwanglos dazu setzen, wenn sie sich beim Essen gern unterhalten möchten. Das Projekt wird wahrscheinlich noch in diesem Semester starten können.