Klinikseelsorge

Pfarrer Detlev Juranek ist in der Klinikseelsorge im Klinikum Coburg tätig. „Wenn aufgrund der Erkrankung die Frage entsteht, wie der Alltag zu Hause wieder gut bewältigbar ist, ist ein gutes soziales Netz und Unterstützung zu Hause essenziell. In diesem Punkt wird die Einsamkeit besonders deutlich für die Menschen“, so beschreibt er das Zusammenwirken von Krankheit und Einsamkeit von Patientinnen und Patienten im Klinikum. Viele Patient:innen werden von Angehörigen gut besucht, manche haben keine Angehörigen. „Es kommt auch immer wieder vor, dass Patient:innen sagen, dass sie seit Jahren keinen Kontakt mehr z.B. zu ihren eigenen Kindern hatten“, erzählt Pfarrer Juranek. Aber nicht nur seelsorgerliche Gespräche mit Patientinnen und Patienten sind Teil seiner Arbeit, auch die seelsorgerliche Begleitung der Angehörigen gehört zu seinen Aufgaben: „Manche Angehörigen erzählen, dass sie und ihr:e Partner:in sich selbst ein Leben lang genug waren, sie keinen Freundeskreis haben, sie sehr auf sich bezogen gelebt haben. Wenn der Partner oder die Partnerin verstirbt, gelingt es nicht allen, neue Kontakte zu knüpfen. Hierbei helfen dann sehr Begegnungsorte und offene Treffs.“

Der Einsamkeit begegnen: Vielen Patient:innen helfen die Besuche der Klinikseelsorger:innen – dazu gehören neben den Hauptamtlichen auch geschulte Ehrenamtliche. Oft tut der Besuch besonders gut, wenn die Patient:innen zuvor bereits einen Bezug zur Kirche hatten. Auch die sonntäglichen Gottesdienste in der Kapelle im Klinikum, die via Kamera und Monitor auf die Patientenzimmer übertragen werden, sind ein Angebot im Klinikum gegen die Einsamkeit. Darüber hinaus bieten die „grünen Damen“ Patient:innen ihre Zeit und konkrete Hilfe – beispielsweise in Form eines Kaffees aus der Cafeteria – an. Letztere ist natürlich auch ein Begegnungsort im Klinikum. Ab und an finden zudem Konzerte in der Kapelle im Klinikum statt.

Der Gottesdienst im Klinikum am Sonntag, 28.06.26, während der Aktionswoche gegen Einsamkeit nahm das Thema Einsamkeit auf: Zu Gast war eine Ehrenamtliche aus der Klinikseelsorge, der Pfarrerin Isabel Wais ein paar Fragen zu ihrem Ehrenamt stellte. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die Besuche der Klinikseelsorge für die Patientinnen und Patienten im Klinikum sind – auch gegen die Einsamkeit. Zudem konnten bei einer kleinen Aktion im Gottesdienst Karten gestaltet werden, die nun für Angehörige und Patientinnen und Patienten in der Kapelle im Klinikum ausliegen.

Text: Anna-Lena Henßchen