Kirche und Diakonie gehören unbedingt zusammen

Diakonie als Markenkern von Kirche – Dieses Thema stand beim Dekanatsempfang des Evang.-Luth. Dekanats am 31.10 in der Morizkirche in Coburg im Mittelpunkt. Rund 150 Gäste waren zur Veranstaltung gekommen.

Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin des Diakonischen Werks Bayern, sprach in ihrem Vortrag darüber, dass die sich verändernde soziale Infrastruktur Verlässlichkeit brauche. „Denn frühzeitige und passgenaue Hilfe schafft gesellschaftliche Teilhabe“, so Weingärtner. Sozialausgaben seien daher Investitionen in die Zukunft, nicht nur ein reiner Kostenfaktor, mahnte sie an. An vielfältigen Beispielen zeigte sie auf, dass der Herzschlag eines vitalen Sozialstaates die Solidarität vor Ort sei. „Der Staat kann diesen Herzschlag nicht erzwingen. Aber er muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen.“ Für die Diakoniepräsidentin gehören Kirche und Diakonie unbedingt zusammen. Ein besonders gelungenes Beispiel im Dekanat Coburg für diese wichtige Partnerschaft sei die Vesperkirche, die jedes Jahr im März zwei Wochen lang ganz verschiedene Menschen in der Morizkirche an einen Tisch brächte. Auch dass das Dekanat eine Stelle für eine Referentin für Diakonische Kirche geschaffen habe, sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Damit haben Sie eine sichtbare Schnittstelle geschaffen.“ Sabine Weingärtner wünscht sich, dass diakonisches Handeln im kirchlichen Bereich selbstverständlich mitgedacht wird und dass Diakonie sich immer wieder neu auf ihre christlichen Wurzeln besinnt. „Kirche und Diakonie können und müssen ihre Stimmen verbinden“, appellierte sie. 

Das Publikum stellte im Anschluss an den Vortrag verschiedene Rückfragen zum Thema Finanzierung von Angeboten, zu den Auswirkungen von Kirchenaustritten und zur Diakonie als Arbeitgeberin. „Wie kann man der Öffentlichkeit gut vermitteln, dass Kirche und Diakonie zusammengehören?“, fragte ein Gast. Für Sabine Weingärtner brauche es dafür konkrete Projekte vor Ort. „Das fängt im Alltag an. Wir sollten uns von Anfang an selbstverständlich gegenseitig mitdenken.“ 

Durch den Abend führte Dekan Stefan Kirchberger. Er durfte viele Gäste aus Politik und Kirche begrüßen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein begleitet. Das Dekanat lädt im Namen seines Dekanatsausschusses jedes Jahr am Reformationstag zum Empfang.

Foto: Dekan Andreas Kleefeld, Dr. Sabine Weingärtner (Präsidentin DW Bayern), Anna-Lena Henßchen (Referentin für Diakonische Kirche im Dekanat Coburg), Dekan Stefan Kirchberger, Stefan Kornherr (Leiter KASA – Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit – Coburg), David Hirsch (Vorstand Diakonie Coburg) beim Dekanatsempfang.